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31.03.2010 von Kacper Potega | ⌀ Lesezeit: 5.5 Minuten | 1 Kommentar

Refinanzierung durch Werbung im Internet

Jeden Morgen, wenn wir in diesen lustigen und spannenden Zeiten aufwachen, ist wieder eine Tageszeitung weniger verkauft worden. Und es ist nicht eine, es sind viele Zeitungen, die liegen bleiben, die niemand haben will. Das Thema ist nicht neu und doch schockiert es einige noch immer: Der Markt für Printmedien ist am schrumpfenpopumpfen. Die Webvarianten vieler Tageszeitungen und Zeitschriften haben mehr Leser, als die Printversionen. Und das dominierende Thema bei diesem Prozess: Wenn die Webmedien die Printmedien irgendwann ablösen, müssen sich diese auch refinanzieren. Das funktioniert (das Beispiel Galore zeigt es) bislang noch nicht wirklich.

 

Es gibt einige mehr oder weniger sinnvolle Finanzierungsmodelle. Paid Content hat sich nicht durchgesetzt. Dafür ist die Zeit noch nicht reif und wird es vielleicht auch nie sein. Das Verkaufen von redaktionellen Beiträgen zum Beispiel, ist eine Top-Unart und hat vor allem den "Vorteil", dass man die Leser hinters Licht führt und sich selbst über kurz oder lang zum Affen macht. Auch Corporate Publishing, also die journalistische und periodische Unternehmenskommunikation mit eigenen Medien, taugt nur im Einzelfall wie z.B. im Falle des Magazins der erfreulichen Dinge (Obacht: Schleichwerbung), weil hier ein gewollt unkritisches, unkompliziertes und unpolitisches Aufzeigen von schönen Dingen keine allzu brutale Objektivität abverlangt.

Man stelle sich jedoch vor die FAZ würde von der CDU oder Mercedes Benz finanziert und herausgegeben. Also nicht so wie heute finanziert und herausgegeben, sondern direkt von denen. Sie wissen schon.

 

Es bleibt also nur die Werbung in Form von Anzeigen, Bannern. Mit der gibt es im Moment aber noch ein riesiges Problem: Die Publikationen können sich so nur im Einzelfall komplett refinanzieren. Die Lösung all unserer Probleme, die Rettung der Menschheit und aller Aliens, die sie eines Tages ausrotten werden, liegt entsprechend darin Werbung im Internet attraktiver und damit teurer zu machen.

 

Der erste Schritt hierzu passiert schon. Der Wert einer Anzeige misst sich an der Menge der Menschen, die sie sehen. Wenn man also mehr Menschen ins Internet bringt, schauen sich auch mehr Menschen Anzeigen an und die Anzeige wird damit wie von Zauberhand und von selbst teurer. »Aber in Deutschland hat doch fast jeder Haushalt bereits einen Internetanschluss«. Das finde ich auch Klasse, das ist ultraerfreulich. Blöderweise nutzen die meisten Menschen das Internet bisher nur zum Zusammenkopieren von Referaten, Verschicken von Oster-eCards, Pornos und Geschäftskorrespondens. Die Realität ist nicht, dass in der U-Bahn alle in ihre Devices starren und sich Nachrichten und Blogs reinziehen, miteinander in Social Networks kommunizieren. Die Realität ist die von »Webmastern« und Internet Explorern.

 

Wenn nun all diese Menschen eines Tages auch aktiv am Internet partizipieren, sich allein mehr auf Social Networks rumtreiben als Fernzusehen, verteilen sich eben auch mehr Menschen auf mehr diverse Internetseiten. Schwupps, die Einnahmen steigen. Blöderweise reicht das allein vermutlich nicht, weil ein Knuddels-Monopol nach der Fusion mit WKW der Welt der Tageszeitungen nicht viel hilft.

 

Ein anderes Problem, das sich vielleicht kurzfristiger lösen ließe, besteht darin, dass Onlinewerbung nach wie vor viel zu oft per Klick abgerechnet wird. Da aber im Laufe der Zeit die Erfahrung den Benutzern ermöglicht zwischen Information und Werbung zu unterscheiden und es doch zum Glück genug Webseitenbetreiber gibt, die mittlerweile auf diese kotzreizfördernde Flashlayer-Werbung verzichten, wird Onlinewerbung immer weniger geklickt. Somit entwicklen sich die Einnahmen zur Zeit tendenziell nach unten.

Die einzige Konsequenz wäre: Onlinewerbung per View zu bezahlen. Per Page View oder per Unique Visitor. Es macht beides Sinn. Es macht vor allem beides mehr Sinn als per Klick zu bezahlen. Printwerbung wird auch per View bezahlt, noch lustiger: In der fröhlichen Marketing- und Werbewelt rechnet man pro Auflagenexemplar i.d.R. mit 3 s.g. "Kontakten", in Endeffekt also mit der dreifachen Auflagenzahl, und tut so als würde auch jeder tatsächlich diese Werbung sehen. Das ist im Internet viel transparener, es lässt sich viel einfacher nachvollziehen wie oft eine Anzeige tatsächlich gesehen wurde. Noch einfacher wäre es natürlich Pauschalpreise auszumachen und so wird es heute dann auch wohl am häufigsten geregelt, wenn man von den Klicks wegkommt.

Blöderweise müsste Google da anfangen, denn die AdWords-Dinger werden ja auch noch per Klick gezählt. Aber bringt mal Google dazu irgendetwas anzupassen. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Neben dem Viewerzähler gibt es im Internet aber noch ein Tool, das der Anzeigenwelt online auf Dauer den Hintern retten könnte: Nutzerdaten plus gezieltes targeting. Nur im Internet ist es möglich zu diesem Maße gezielt Interessierten von Autos die Anzeige für das richtige Auto im richtigen Preissegment zu zeigen und die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass es nicht nur die Anzeige nicht als störend empfindet, sondern am Ende auch noch das Auto kauft. Die Qualität der Views ist im Internet also irgendwann, wenn das mal so ausgereift ist, dass es wirklich Sinn macht, wesentlich höher als auf totem Baum.

 

Ich höre sie schon schreien, die Datenschützer. Und man muss auf der Hut sein, Datenschutz ist wichtig, aber das Schützenswerte ist in ständiger Veränderung. Man sollte dazu übergehen das zu schützen, was auch geschützt werden will. Und ganz persönlich: Von mir aus darf jeder Mensch auf der Welt wissen, dass ich mich für Appleprodukte, Design, Architektur, Nerdkram, Soziologie und Mode interessiere. Und noch vieles mehr. Wahrscheinlich würde ich mich für noch vieles mehr interessieren, würden meine Nutzerdaten endlich mal richtig ausgewertet und würde mir ein Roboter dann erklären, wofür ich mich eigentlich noch interessieren sollte. Wie bei Amazon nur in gut.

 

All das, all diese Schönheit und Chancen des Internet, machen nur dann Sinn, wenn wir unsere Daten hergeben. Nicht mit wem wir in den letzten 5 Jahren im Bett waren, wie viel Alkohol wir trinken und auf welchen Drogen wir schon waren. Einfach nur unser Konsumverhalten legaler Konsumgüter. Das darf doch jeder wissen, wir tragen doch meistens unsere Konsumgüter als identitätsstiftende Gegenstände offen zur Schau. Und wenn ich das entscheiden kann, wenn ich via behavioral targeting von für mich unnötiger Werbung befreit werde, dann finde ich das gut. So kann man auf jeden Fall die Welt retten.


31.03.2010 von Huck Haas | ⌀ Lesezeit: 0.5 Minuten | 0 Kommentare

Am Donnerstag des Lebens

Am Donnerstag des Lebens

Mein Pfeifton scheint weg zu sein. Es ist sicher der Stress den man (also ich) hat (also habe). Was noch? Ich muss 3 Interviews schreiben. Man (also wir) muss (also müssen) ja auf Teufel komm raus originell sein. Ich bin müde. Noch habe ich das Getränk auf dem Bild nicht zu mir genommen.


30.03.2010 von Huck Haas | ⌀ Lesezeit: unter 30 Sekunden | 3 Kommentare

Schweinchen Pfeifer

Schweinchen Pfeifer

Hahaha, wie lustig, der Schmerz aus der rechten Gesichtshälfte ist gegangen und er hat mir etwas da gelassen: einen Pfeiton im linken Ohr. So wird mir nie langweilig und wenn ich mal keine Sorgen mehr hätte, wäre da noch das Pfeifen Walde.


29.03.2010 von Kacper Potega | ⌀ Lesezeit: unter 30 Sekunden | 0 Kommentare

Bücher im Zeitalter des iPad

Ich habe bereits im iPad Magazin darauf verwiesen und ich verweise auch hier:

 

Books in the Age of the iPad

 

Unbedingt lesenswert!


26.03.2010 von Kacper Potega | ⌀ Lesezeit: 0.5 Minuten | 1 Kommentar

Ab in den Keller!


26.03.2010 von Kacper Potega | ⌀ Lesezeit: 1 Minute | 0 Kommentare

Wie man es nicht machen sollte

Die lauteste Beschwerde aller Online-Nachrichtenportale heißt Refinanzierung. Die klassische Weg, über Werbung, funktioniert nur schwierig. Werbeplatz online lässt sich nur relativ günstig verkaufen, die meisten Werbekunden wollen ihn auch noch gar nicht nutzen. Hinzu kommt eine kleine, aber sehr onlinepräsente, Gruppe von Nutzern, die über Adblocker-Plugins in ihren Webbrowser sowieso jegliche Werbung ausblenden.

 

Da kommt die Times auf die Idee ihre Inhalte nur noch gegen $$$ ins Netz zu stellen.

 

Im ersten Moment kann das sogar funktionieren. Einige Stamm-Time-Leser, die sich die Times nur zum schnellen überblättern gekauft haben und sie nun nur noch online lesen, werden vermutlich auch dieses absurd teure Onlineabo kaufen, was sich unter Umständen für die Times auch rentieren könnte.

Nur: Die Views und Klicks auf der Website werden dramatisch in den Keller sinken. Ich bin mir absolut sicher, dass nur ein kleiner Bruchteil der jetzigen Onlineleser auch bereit ist für den bereitgestellten Content zu zahlen, und sich lieber zu anderen Angeboten hinwendet. Durch die so gesenkten Klicks und Views der Seite sinken auch wieder die Preise, die man für die Werbung, die man auf der Seite schalten kann, in den Keller.

 

Und garantiert wird man dort die Unverschämtheit besitzen die Bezahlleser trotzdem noch Werbung schauen zu lassen.

 

Times, du schießt dir selbst ins Knie.


26.03.2010 von Huck Haas | ⌀ Lesezeit: unter 30 Sekunden | 1 Kommentar

Minga

Minga

Mit Grauspopaus entnehme ich den Wetternews angekündigten Schneefall für Mittwoch. So nicht, meine Damen und Herren, so nicht!